Aktuelles:

Bisher gibt es leider für 2021 noch keine Termine in der Alten Sternwarte.

Unsere Literaturinitiative:

"LeseZeichen" startet aber am Samstag, 19. Juni 2021 um 18:00 mit einer Lesung von

Stefan Bollmann:

"Der Atem der Welt - Johann Wolfgang Goethe und die Erfahrung der Natur"

im Zeughausgarten der Reiss-Engelhorn-Museen in C5

Weitere Infos: https://www.lesezeichen-mannheim.de

Karten zum Preis von 8,-- € können reserviert werden durch Mail an info@lesezeichen-mannheim.de oder Anruf unter 0621/83260690. Karten sind ebenso an der Tageskasse erhältlich. 

 

Die Alte Mannheimer Sternwarte

gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt und ist für Baden-Württemberg einzigartig. Von 1775 bis 1880 wurde hier astronomische Forschung betrieben, die besonders unter dem Astronomen Christian Mayer in der Ära des Kurfürsten Carl Theodor (1742-1799) zu einem "Markenzeichen" wurde. Schon früh besuchten und bestaunten zahlreiche prominente Zeitgenossen wie Wolfgang Amadeus Mozart, Thomas Jefferson, die Astronomen De Lalande, Lexell, Olbers, Bessel u.a. die Sternwarte. Nach 1850 kurzzeitig geschlossen, war die Sternwarte von 1860 bis 1880 unter den Astronomen Nicolai, Schönfeld und Valentiner in Betrieb, doch dann erfolgte das endgültige Aus und das Institut wurde nach Karlsruhe verlegt. Der verwaiste Turm wurde von der Stadt Mannheim zunächst an verschiedene Personen vermietet; doch ab 1957 wurde er zu einem Atelierturm umgebaut, in dem bis 2013 viele bekannte Mannheimer Künstlerinnen und Künstler arbeiteten. Im Augenblick hat nur noch der Maler Walter Stallwitz (seit 1958) hier sein Atelier.

Die Sternwarte ist ein unverzichtbarer, wesentlicher Teil des Mannheimer Stadtbilds und prägt die Silhouette der Stadt. Zusammen mit dem Schloss, dem Palais Bretzenheim, der Jesuitenkirche und dem Zeughaus  ist sie Teil eines Barockensembles, auf das Mannheim, nach den Verlusten durch den Zweiten Weltkrieg, sehr stolz sein kann.

Mit der tatkräftigen Unterstützung des Aktionsbündnis "Alte Sternwarte", 2010 von Helen Heberer ins Leben gerufen, engagierten Mannheimer Einrichtungen, Vereinen und Privatpersonen , wurde die Alte Sternwarte zwischen 2013 und 2016 aufwändig außen und innen restauriert. Zur Vollendung des äußeren Erscheinungsbilds wurde im Herbst 2019 die seit 1860 verlorene Observationskuppel wieder auf die oberste Plattform gestellt. Möglich machte dies eine zweckgebundene Spende von 100.000 Euro.

Noch werden weitere Geldspenden benötigt. Sie sollen u.a. einem kleinen Flachbau im Garten der Sternwarte, ausgestattet mit einer Garderobe, einer modernen Toilettenanlage und einem Depotraum zu Gute kommen. Im Sommer 2020 begannen dazu die Bauarbeiten; der Rohbau war im November 2020 abgeschlossen.

Mittlerweile wird auch das ehemalige Atelier von Edgar Schmandt im fünften Obergeschoss in seine ursprüngliche Form zurückgeführt. Schon jetzt beeindruckt der ehemalige „Kleine Beobachtungssaal“ durch seine Deckenhöhe von fast 6 Meter und seine Gewölbedecke.

Das Aktionsbündnis "Alte Sternwarte" ruft alle Mannheimerinnen und Mannheimer dazu auf durch Spenden an der Fertigstellung und Ausstattung des Gebäudes mitzuwirken.

 Alte Sternwarte in Mannheim bekam Kuppel zurück

Ersehnter Abschluss krönt bisherige Anstrengungen

Ende 2018 stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank einer zweckgebundenen Zuwendung 100.000 Euro für die Rekonstruktion der Kuppel der Alten Sternwarte in Mannheim zur Verfügung. Am Mittwoch, den 27. Februar 2019 überreichte Helen Heberer, Ortskuratorin Mannheim der DSD, in Anwesenheit einer Vertreterin der Stifter, bei einem Pressetermin vor Ort an Baubürgermeister Lothar Quast den Scheck der Stiftung und ließ sich über den Stand der Bauplanung informieren. Am 15. Oktober 2019 wurde schließlich das rekonstruierte „Observations Thürnlein“ auf die oberste Plattform der Sternwarte an seinem ursprünglichen Platz gesetzt. Nun fehlt zum vollständigen Bild nur noch ein Nachbau eines Blitzableiters oder “Hemmerschen Fünfspitzes“, auf der Kupferkuppel des kleinen Observatoriums, wie ihn der Physiker und Meteorologe Johann Jakob Hemmer für die damalige Kurpfalz propagierte. Hier hoffen wir auf 2021.

Zur Geschichte der Sternwarte:

Die ehemalige Sternwarte ist - neben dem Wasserturm mit Hebewerk und der Stampf- und Knochenmühle im Schwetzinger Schlosspark- eines der wichtigen technischen Denkmale der alten Kurpfalz. Auch als Typ einer barocken Turmsternwarte ist sie in Baden-Württemberg einzigartig. Sie ist jetzt eines der über 320 Objekte, die die private Denkmalstiftung dank Spenden, Erträge ihrer Treuhandstiftungen und Mittel der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Baden-Württemberg fördert.

Die von 1772 bis 1774 im Auftrag des naturwissenschaftlich interessierten Kurfürsten Karl Theodor errichtete Sternwarte befindet sich hinter dem Chor der Jesuitenkirche und in Nähe des Schlosses. Das ist kein Zufall, denn einmal bezahlten die Jesuiten einen Teil der Baukosten und bekamen dafür das Privileg einen Ordensangehörigen als Astronomen vorzuschlagen, zum anderen galt die Sternwarte wie Naturwissenschaftliche Sammlung, Physikalisches und Meteorologisches Kabinett als ein Institut des Hofes. Um 1790 wurde nach Westen ein Anbau mit zwei Kabinetten, die genau auf der Meridian-linie lagen, für astronomische Messinstrumente angefügt. Um 1820 wurde war die Sternwarte ein Messpunkt (später „Nullpunkt“) für die Vermessung des Großherzogtums Baden.

An der Sternwarte wirkten der Hofastronom Christian Mayer, der wegen seiner vielfältigen Begabungen (Astronomie, Mathematik, Geodäsie, Physik, Meteorologie, Naturgeschichte) zu einem der bedeutendsten Naturwissenschaftler des 18. Jahrhunderts am Oberrhein zählte. Seine Nachfolger waren die Astronomen Karl König, Johann Nepomuk Fischer, Roger Barry, Heinrich Christian Schumacher, Friedrich B. G. Nicolai, Adam M. Nell, Eduard Schönfeld und Carl Wilhelm Valentiner.  1880 wurde die Arbeit an der Sternwarte in Mannheim eingestellt, das Institut zog mit dem Astronomen Valentiner zunächst nach Karlsruhe, später auf den Königstuhl bei Heidelberg. Von dort gelangten die erhaltenen alten astronomischen Instrumente 1983 in das heutige TECHNOSEUM. Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, wo sie in der ständigen Ausstellung zu besichtigen sind.

Das achteckige, turmartige Gebäude ist genau nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, hat eine Höhe von rund 33 Metern und heute fünf Geschosse (ursprünglich waren es nur vier).Im Osten ist der Treppenturm angefügt, der eine  Spindeltreppe beherbergt. Die Westseite ist die Eingangsseite, die Nord-Südachse war wichtig als astronomischer Beobachtungsort. Neben den hohen Fenstern der Beobachtungssäle im zweiten und vierten (heute fünften) Obergeschoss ermöglichten Balkone eine freie Sicht auf den Himmel und Horizont. Im Inneren waren außerdem die Wohnung und das Arbeitszimmer des Hofastronomen, eine Kammer für den Bediensteten, eine Bibliothek und zwei Gästezimmer untergebracht.

Die dem Land gehörenden und von der Stadt in Erbpacht (bis 2031) übernommene Alte Sternwarte wird als Atelier- und Ausstellungshaus und für Veranstaltungen, wie Lesungen, Vorträge und Konzerte genutzt. Von März bis Oktober findet am letzten Sonntag im Monat (siehe Termine) die "Offene Sternwarte" statt.

Sternwarte Mannheim

Zeichnung der Kuppel mit historischem Blitzableiter

Foto Sternwarte

Foto Sternwarte November 2020